Weingut-Info:
Es gibt zwar schon seit über 250 Jahren Weinbau in unserer Familie, die eigentliche Entwicklung zum Weingut heutiger Prägung begann jedoch erst Ende der 60er Jahre. Seit dem vergrößerten wir unsere Weinbergsfläche von damals zwei auf nunmehr 15 Hektar, die heute zu 80% mit der Rebsorte Riesling bestockt sind. Im Auf und Ab der Weingeschichte genossen die hiesigen Steilhänge Anfang des 19. Jahrhunderts schon einmal allerhöchstes Ansehen. Auch Johann Wolfgang von Goethe hielt das allgegenwärtige Lob in seinen Notizen fest: "Nun rühmte die Gesellschaft einen in ihrer Gegend wachsenden Wein, den ,Monzinger' genannt. Er soll sich leicht und angenehm wegtrinken, aber doch, ehe man sich versieht, zu Kopfe steigen. Er war zu schön empfohlen, als dass wir nicht gewünscht hätten, ihn zu kosten und uns an ihm zu prüfen." Was damals galt, gilt auch noch heute: Die hiesigen Rieslinge tanzen stets leichtfüßig und verspielt über die Zunge und animieren mit ihrer rassigen Fruchtsäure zum Weitertrinken. Diesen ureigenen Charakter wollen wir auch für die Zukunft bewahren. Angetrieben durch den Ehrgeiz die alte Wertschätzung wieder zu erreichen, haben wir in den letzten vierzig Jahren viel persönliches Engagement in die Erhaltung und Rekultivierung der steilen Südhänge Monzingens investiert und so die Rebfläche in den absolut besten Gemarkungsteilen nach und nach vervielfacht. Auf den stark schieferhaltigen Gesteinsböden wachsen filigrane, feinfruchtige Rieslinge mit beeindruckendem mineralischem Rückgrat, die mittlerweile wieder zu Weltruf gelangt sind. Unsere Reben stehen auf Gesteinsböden der sogenannten Waderner Schichten, einer Unterformation des Rotliegenden. Die Hauptbestandteile sind unterschiedliche Schieferarten, Quarzit und Kiesel. Im Halenberg dominiert blauer, im Frühlingsplätzchen teilweise auch roter und grün-grauer Schiefer.Der weitaus größte Flächenanteil besteht aus steilen Süd- bis Südwesthängen, die optimal von der warmen Mittagssonne beschienen werden. Diese steilen Hänge zeichnen sich durch ganz spezielles Mikroklima aus. Aus dem Tal über die Hänge aufsteigende Warmluft, bei gleichzeitigem Schutz vor kalten Fallwinden während der Nacht, lassen ganz bedeutende qualitative Unterschiede in den einzelnen Hangbereichen auftreten. Dort wo die Hänge schon nach den ersten Sonnenstrahlen wieder schneefrei sind, wo die Greifvögel scheinbar schwerelos gleitend am Himmel ihre Kreise ziehen, dort ist die Thermik, der Aufstieg warmer Luft aus dem Tal, am ausgeprägtesten. In diesen zur Austrocknung neigenden Lagenteilen mit ihren leichten schiefrigen Böden bleiben die Trauben in der Regel deutlich kleinbeeriger als sonst üblich und werden dafür um so aromenreicher. Dass unter den geschilderten Umständen die Erntemenge bescheiden bleibt, versteht sich von selbst. Späte selektive Lese, schonende Pressung der Trauben, kühle Vergärung und sorgsamer Weinausbau, mit dem Vorsatz möglichst wenig Einfluss auf die eigene Entfaltung des Weines zu nehmen, gewähren die bestmögliche Entwicklung und Bewahrung der Terroir-geprägten Frucht und Mineralik unserer Weine. Kurz: Bei uns macht der Weinberg den Wein. Im Keller hingegen nehmen wir möglichst wenig Einfluss, um die individuelle Entfaltung eines jeden Weines zu ermöglichen. Das Hauptziel unserer Arbeit ist stets das Potential der Lage, der Rebsorte und der Jahreswitterung möglichst optimal in die Flasche zu bringen.