Die bekannteste Winninger Spitzenlage besteht aus einer äußerst beeindruckenden Terrassenwand zwischen Winningen und Kobern. Stilprägend für den Uhlen ist seine Heterogenität in den Gesteinsformationen: Grauer bis blauer Schiefer, Rotschiefer, verschiedene Sandsteine mit in der Regel hohen Eisenoxidanteilen, Kalkbändern und Quarziten. Junge Uhlenweine zeigen eine pikante, oftmals fast salzige Mineralität, die durch einen reifen, kraftvollen Körper gemildert wird. Uhlen-Rieslinge brauchen Zeit und sind hochindividuelle, meistens trockene Weine für Kenner, Weine, die eine Auseinandersetzung einfordern.
In der Weinbauhochburg ‚Winningen’ der Unteren Terrassenmosel produziert das Weingut Knebel Rieslinge, die zu den größten der Welt gehören. Aus kleinen Verhältnissen haben Reinhard und Beate Knebel in nur wenigen Jahren eine beachtliche Entwicklung was die Qualität ihrer Weine betrifft, durchgemacht. Seit 2000 vergibt der bekannte Weinführer Gault Millau vier von fünf Trauben (Exzellente Betriebe, die zu den besten Weinerzeugern Deutschlands zählen). Die Weinbau-Tradition der Familie Knebel reicht bis 1642 zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der unter "Gebrüder Knebel" firmierende Besitz Ende der 1980er Jahre auf mehrere Familienmitglieder aufgeteilt. Mit seiner Ehefrau übernahm Reinhard Knebel einen knapp zwei großen Hektar großen Anteil der Weinbergslagen. Seit dem tragischen Tod von Reinhard Knebel im Jahre 2004 wird der Betrieb von Beate Knebel und seinem Sohn Matthias geführt; unterstützt werden sie dabei von dem Weinberater Gernot Kollmann, der maßgeblich an der Renaissance des Weingutes Van Volxem an der Saar beteiligt war. Die Weinberge umfassen heute durch gezielte Zukäufe bester Parzellen in den Winninger Spitzenlagen knapp sieben Hektar Rebfläche. Somit kann die Familie Knebel auf ein großes Reservoir an alten, teilweise wurzelechten Rebstöcken (in der typischen Moselaner ‚Einzelpfahl-Erziehung’) zurückgreifen, die auf fein verwitterten Schieferböden einen enorm konzentrierten und facettenreichen Aromenreichtum entfalten. Die meisten Parzellen befinden sich in den Steillagen ‚Röttgen’ und ‚Uhlen.’ Der Rest verteilt sich auf die Lagen Brückstück und Hamm. Der Name des ‚Uhlen’ stammt von den im oberen Bereich, nahe des Waldrandes, in Felsen und Mauern nistenden Eulen. Sein Schiefergestein ist von kalkreichem, oft fossilhaltigem Sandstein durchzogen; er ist wohl die renommierteste Lage der gesamten Untermosel und auch ein eindrucksvolles Musterbeispiel für einen Terrassenweinberg. Der Name Röttgen bezieht sich übrigens auf das Roden – er impliziert also einen besonderen Aufwand bei der Erstanlage. Er ist ein hervorragend wärmespeichernder (Schiefer) Boden mit einem hohen Eisen- und Mineralgehalt; er ist schon von weither an seiner rotbraunen Farbe zu erkennen. Die Stilistik seiner Weine ist filigraner, zarter im Vergleich zum etwas "wuchtigeren" ‚Uhlen.’ Nach konsequenter Ertragsreduzierung und streng selektiver Handlese wird das Traubenmaterial bei heterogener Traubenqualität vor dem Pressen noch einmal vorsortiert. Die Moste werden anschließend in Holz und Edelstahltanks spontan, d. h. mit der natürlichen, auf den Trauben befindlichen Hefeflora, vergoren.
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